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Akademiker stellen Open Source Saatgut vor

Eine Gruppen von Wissenschaftlern und Lebensmittelaktivisten aus dem Umfeld der Universität Wisconsin-Madison starteten am 17. April eine Kampagne um auf die Problematik von Patenten bei Saatgut aufmerksam zu machen. Sie veröffentlichen verschiedene Gemüse- und Getreidesorten unter einer Open Source Lizenz die sicher stellt, dass Bauern, Gärtner und Pflanzenzüchter die Samen jederzeit tauschen und weiterzüchten können.

Die Open Source Seed Pledge, die allen Saatgutpackungen beiliegt.

Die Open Source Seed Pledge, die allen Saatgutpackungen beiliegt.

Unter den insgesamt 29 neuen Varianten befinden sich Brokkoli, Sellerie, Grünkohl, Quinoa und andere Gemüse- und Getreidesorten. „Gemüse ist Teil unseres gemeinschaftlichen Kulturerbes und unser Ziel ist es, dass diese Samen im öffentlichen Eigentum und damit frei für den zukünftigen Gebrauch bleiben“, sagt Professor Irwin Goldman vom Gartenbauinstitut der Universität. Er ist einer der Initiatoren der Kampagne und nennt als seine Motivation die vor 20 Jahren gängige Praxis des freien Austausches von Saatgut unter Pflanzenzüchtern.

Heutzutage sind Samen intellektuelles Eigentum und manche sind patentiert. Man braucht eine Berechtigung vom Patenthalter um sie zu verwenden und man darf sie nicht ernten um sie nächstes Jahr wiederzusäen.

Darum wurde 2011 die Open Source Seed Initiative ins Leben gerufen, sie publizierte die verwendete Lizenz, die sogenannte Open Source Seed Pledge. Die Idee ist ähnlich wie bei Open Source Software Lizenzen, die Freiheit der Weiterverwendung sicherzustellen. Sie ist sehr kurz gehalten und liegt allen ausgesendeten Samen bei, hier eine freie Übersetzung:

Diese Open Source Saatgut Zusicherung beabsichtigt, dir die Freiheit zu geben, das hierin enthaltene Saatgut wie auch immer zu verwenden und sicherzustellen, dass diese Freiheit auch alle nachfolgenden NutzerInnen genießen. Mit dem Öffnen dieses Paketes gibst du die Zusicherung, dass du den Gebrauch der Samen und ihrer Derivate durch Dritter weder durch Patente, Lizenzen oder andere Mittel einschränkst. Du versicherst, dass die Weitergabe der Samen und ihrer Derivate diese Zusicherung enthält.

Der Soziologe Jack Kloppenburg sagt, dass die Initiative vor allem ein symbolischer Akt ist um auf die Konzentration mi Saatgutbereich und die Macht der Saatgutkonzerne aufmerksam zu machen. Er meint, dass es sich um eine Art biologishces Meme handelt, etwa mi Sinne von: “Befreit das Saatgut! Saatgut dass von jedem verwendet werden kann!“

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